Am Dienstag, den 17. August 2021 ist unser notabler Freund Dr. Claus Hilsdorf verstorben. Trotz Operationen am Rücken kam sein Tod sehr überraschend. Claus hat sich in den letzten Jahren liebevoll um seine kränkelnde Frau Josée gekümmert, dabei jedoch seine Lebensfreude und seinen Humor nicht verloren. Er hinterlässt bei seinen Freunden eine grosse Lücke. 

Dr. Claus Hilsdorf wurde am 15. Mai 1982 in Strassburg inthronisiert. Anfänglich war er selten Gast bei den Anlässen des BCI. Sein berufliches Engagement liess dies nicht zu. Seit dem Verkauf seiner Augenklinik im Jahr 1997 jedoch nahm er an jedem Treffen unserer Bruderschaft teil. Ein Anlass ohne Claus, national wie international war nicht vorstellbar. Claus Hilsdorf war ein Vorbild für alle Notablen. Er war stets perfekt gekleidet, ein eloquenter Gesprächspartner, grosszügig und bescheiden zugleich, mit viel Wissen und Lebenserfahrung. Während einiger Jahre war er- auch wenn nicht sehr aktiv – Mitglied es Senats. 

Dr. Claus Hilsdorf wurde am 23. Oktober 1934 in Bingen geboren. Sein beruflicher Werdegang war bereits vorgezeichnet, stammte er doch aus einer Augenarzt-Familie. Seine Eltern haben ihn und seine Schwester schon früh in die Welt der Musik eingeführt. Auch Reisen in die benachbarten Länder trotz der Nachkriegszeit hat die Familie gerne unternommen. Nach seinem Medizinstudium in Mainz, Heidelberg und Frankfurt arbeitete er während Jahren zuletzt als leitender Oberarzt bei dem sehr bekannten Prof. Dr. Bangeter am Kantonsspital St. Gallen. 1973 konnte er sich mit der Eröffnung einer eigenen Augenklinik in Teufen im schweizerischen Appenzell seinen grossen Lebenstraum erfüllen. Dies war nur möglich mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Frau Josée möglich. Von seinem medizinischen Wissen und seiner beruflichen Erfahrung durften nicht nur seine Patienten, sondern auch seine Mitarbeiter profitieren. Claus Hilsdorf war ein begnadeter Augenarzt, der seine Arbeit mit grosser Begeisterung und mit viel Herzblut und Hingabe ausübte. Seine Augenklinik hatte einen international anerkannt guten Ruf, unter seinen Patienten befanden sich viele bekannte Namen. 

1997 – mit 63 Jahren – verkaufte Dr. Claus Hilsdorf seine Augenklinik. Von da an schien Claus nachholen zu wollen, was er während seines beruflichen Engagements versäumt hatte. Reisen wurde für ihn ein erfüllendes Hobby. Sei es nur eine kurze Ausfahrt auf dem Bodensee mit seinem Motorboot oder ausgedehnte Kreuzfahrten während Wochen auf seiner geliebten MS Europa. Der BierConvent International mit seinen Reisen und Jahrestreffen tat das übrige dazu bei, seine Reiselust pflegen zu können. Auch seiner Liebe zur Musik konnte er nachleben, konnte Konzerte besuchen und hatte auch das Klavierspielen wieder entdeckt. Sein Engagement bei den Rotariern waren unter anderem die jährlichen Weihnachtskonzerte, zu denen er auch Freunde aus dem BierConvent eingeladen hatte. 

Claus und seine Frau Josée waren beruflich ein eingeschworenes Team und privat eine liebe- und rücksichtsvolle, harmonische Lebensgemeinschaft. Einer hätte nie etwas ohne den anderen unternommen. Als es Josée während der letzten Jahre gesundheitlich schlechter ging und sie nicht mehr zu den Jahrestreffen mitkommen konnte, hat auch Claus auf seine Teilnahme verzichtet, da er seine Frau nie allein zu Hause gelassen hätte. 

Mit Claus Hilsdorf verliert der BierConvent International einen begeisterten Notablen, eine herausragende Persönlichkeit und einen sehr guten Freund. Wir wollen ihn stets in guter Erinnerung behalten. 

Emöke Rohner                                                                         Heinrich Auwärter