BCI Info

In our member magazine we provide comprehensive information about the activities of the individual chapters.

about beer: Interview mit Dr. Santiago Ramírez Aguilar

Geschäftsführer der Craftbeer-Brauerei Bierwerk Gerstenfux

Dr. Santiago Ramírez Aguilar ist in Mexiko-Stadt geboren und dort aufgewachsen. Dort machte er in der deutschen Schule sein Abitur und fing gleich im Anschluss in Deutschland mit einem Biologie-Studium an der Uni Hohenheim in Stuttgart an. In seiner Promotion in Potsdam spezialisierte er sich auf Pflanzenforschung und war einige Jahre in der Grundlagen- und angewandten Forschung von Pflanzen tätig. In dieser Zeit wohnte er in Berlin und erlebte die Entstehung und Entwicklung der deutschen Craftbeer-Szene in der Hauptstadt.

Bereits als Jugendlicher interessierte sich Dr. Santiago Ramírez Aguilar sehr fürs Bierbrauen und für die Weinherstellung. Mit 16 unternahm er seine ersten heimischen Brauversuche – mit mäßigem Erfolg. Während des Studiums erwarb er einige Bücher zum Heimbrauen und feilte im Studentenwohnheim weiter an seiner Technik. Nach vielen Versuchen und jahrelanger Übung gelang es ihm, im Laufe der Zeit das Produkt seines Hobbys als Brauer immer weiter zu verbessern. Von großem Nutzen waren ihm dabei seine biochemischen und mikrobiologischen Kenntnisse. Mit 35 Jahren wagte er schließlich den Schritt und gründete seine eigene Brauerei, das Bierwerk Gerstenfux, im baden-württembergischen Nürtingen. Seitdem setzt Dr. Santiago Ramírez Aguilar alles daran, seine Leidenschaft fürs Brauen durch die Entwicklung der Firma weiter brennen zu lassen.

 

 

Bei welcher Gelegenheit haben Sie das erste Bier getrunken?

Mein erstes Bier habe ich als 13-Jähriger zusammen mit ein paar Freunden aus der Schule heimlich aus dem Keller meines Großvaters geklaut. Danach haben wir uns zu dritt in meinem Zimmer versteckt und zwei Bierflaschen getrunken. War eine lustige Aktion, aber hat uns gereicht, um gut angetrunken zu sein.

 

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in einer Brauerei / Branche?

Mein wichtigstes Erlebnis in der Branche war insgesamt die Entstehung der eigenen Brauerei, mit all ihren Schwierigkeiten, aber eben auch mit all ihren Erfolgen: vom Einbau der Anlage (zum großen Teil selbst installiert) und den ersten paar Suden, über die Registrierung unserer Biermarke, bis hin zu den ersten Kontakten mit den Kunden und das ganze positive Feedback von den Leuten, die ich durch die Brauerei getroffen habe.

 

Ihr Lebensmotto? Ihr Erfolgsrezept?

Nicht aufgeben, optimistisch sein, immer weitermachen.

 

Mit wem würden Sie sich gern treffen?

Mit den ersten Brauern der Menschheit in Mesopotamien oder im alten Ägypten.

 

Was braucht es, um Sie als neues Mitglied für den BCI zu gewinnen? Was kann der BCI bewirken?

Der BCI könnte die Weiterentwicklung des Bieres, der Biersorten fördern und die Bildung der Allgemeinheit in Sachen Bier voranbringen. Weiterhin könnte der BCI die Kollaboration zwischen kleinen und großen Brauereien fördern und somit die Vielfalt des Bieres in Deutschland stärken.

 

Was ist für Sie die wichtigste Errungenschaft der modernen Brautechnologie?

Die erneute Entdeckung der Geschmacks- und Aromenvielfalt, die durch die Anwendung von Hopfen, insbesondere von besonderen Hopfenzüchtungen, erreicht werden kann. Genauso wichtig sind die Erkenntnisse über die große Auswahl an Hefestämmen und weiteren mikrobiologischen Kulturen, die in der Gärung einen großen Effekt im Geschmack des Bieres erreichen können.

 

Welcher Brauer / Brauerei, welches Bier hat Sie beeindruckt?

Als Jugendlicher war ich ein Fan von der „Modelo“ Brauerei in Mexiko, die einige gute Biersorten produziert, viele nach deutschem Vorbild. Später, während des Studiums, haben mich die bayerischen Brauereien wie Andechs, Tegernsee und Augustiner mit ihren Bieren fasziniert. Schließlich habe ich durch Brauereien wie Stone oder Heidenpeters in Berlin vieles gelernt, was man mit Craftbeer machen kann.

 

Sie haben drei Wünsche frei – welche wären das?

  1. Den Vertrieb unserer Biersorten würde ich in unserer Region am liebsten auf die meisten Supermärkte ausweiten wollen.
  2. Ich würde gerne einen Brewpub in Stuttgart eröffnen.
  3. Ein paar Kollaborationssude würde ich gerne mit unseren Brauerfreunden in der Region machen.

 

Was würden Sie in der Welt ändern?

Ich wünschte mir, dass der Konkurrenzkampf zwischen Ländern, Ideologien oder Ethnien aufhören würde. Wenn alle sich dafür interessieren, das Richtige zu machen und den größten Nutzen für die Allgemeinheit zu erreichen, würde einiges auf der Welt besser laufen, für alle.

 

Was bereuen Sie?

Wenn ich mein Leben neu leben könnte, gäbe es einiges, was ich anders machen würde. Aber dann würde ich sicherlich andere Fehler machen und dann ebenfalls sicher einiges ändern wollen. Aber als Gedankenspiel ist es trotzdem interessant. Eine bestimmte Sache, die ich in meinem Leben bereue, gibt es nicht wirklich. Ich denke, man muss immer versuchen, das Beste aus den Möglichkeiten zu machen, die man hat. Und wenn man sich für etwas entscheidet, das vielleicht später als ein „Fehler“ gesehen werden könnte, ist das trotzdem das Einzige, was man machen konnte. Man hat es zu diesem Zeitpunkt ja nicht besser gewusst.

 

Welche Frage würden Sie sich selbst stellen? Und die Antwort:

Was würden Sie sich in der Entwicklung der Bierindustrie für die Zukunft wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass in der Entwicklung von neuen Biersorten viel offener mit natürlichen Zutaten umgegangen würde. Die Natur hat mit ihrer Pflanzenvielfalt sehr viele Optionen, die bisher unerforscht geblieben sind, weil die Biergesetze in Deutschland bisher nur Malz (vor allem Gerste und Weizen) und Hopfen als Zutaten zulassen. Es gibt aber viele andere Getreidearten, für die vielleicht Methoden entwickelt werden könnten, um daraus schmackhafte vergorene Getränke herzustellen. Japan und andere asiatische Länder zum Beispiel haben Sake und andere aus Reis hergestellte alkoholische Getränke. Diese durchlaufen aber einen sehr anderen „Brau“-Prozess als Bier und sind darum nicht wirklich direkt vergleichbar.

Es wäre eine Bereicherung, wenn man ohne künstliche Methoden, mit den Möglichkeiten, die die Biologie hat, versuchen würde, zum Beispiel Mais- oder Reissorten zu züchten, die sich wie Gerste mälzen lassen. Oder wenn man zum Beispiel aus verwandten Pflanzenarten vom Hopfen, wie Hanf, besondere Züchtungen machen würde, die den Anbau auf der ganzen Welt ermöglichen und die sich für die normale Bierherstellung nutzen lassen.

 

Winterbiere: Gehaltvoll durch die kalte Jahreszeit

Dabei sind Winterbiere keine eigenständige Sorte, sondern können von Schwarzbier über Doppelbock bis hin zu Porter und Quadrupel reichen. Hauptsache, sie schmecken besonders kräftig. Das Reinheitsgebot ist ausgesetzt. Während die Briten gerne Ingwer in Winterbiere mischen, finden sich speziell in Belgien und natürlich bei Craftbier-Brauern rund um den Globus auch Chili oder Vanille und Zimt und viele andere weihnachtlichen Gewürzmischungen als Brauzutat.

Was die allermeisten Winterbiere gemeinsam haben: Sie sind eher malz- anstatt hopfenbetont. Für sie verwenden die Braukünstler Spezialmalze und maischen oftmals sogar zwei- oder dreimal ein.
Winterbiere sind besonders alkoholhaltig. Und nahrhaft. Eine große Rolle spielten sie daher in den Fastenzeiten früherer Jahrhunderte und haben in Europa, wie so vieles, ihren Ursprung in den Klöstern.

Eine goldene Regel zum richtigen Umgang mit Winterbieren lautet: Nie zu kalt trinken! Die liebevoll arrangierten Aromen entfalten sich erst außerhalb des Kühlschranks.

Programmvorschau zum 104. Internationalen Freundschaftstreffen in Wien

Vom 12. bis zum 15. Mai 2022 reisen wir in Österreichs Welthauptstadt Wien und werden uns zahlreichen freudigen Genussmomenten hingeben dürfen. Das Programm ist bunt und erlesen:


Donnerstag, 12. Mai
Wir starten am späten Nachmittag mit unserem Begrüßungsritual „Auf ein Bier“ in der Cocktailbar 1873 HalleNsalon im Hotel Imperial.

Eine historische Bim, so nennen die Wiener liebevoll ihre Straßenbahn, entführt uns auf eine sehr informative Schienen-Rundfahrt über die prachtvolle Ringstraße, vorbei an den Palais des Geldadels und des Großbürgertums des 19. Jahrhunderts sowie der Staatsoper, des Burgtheaters, des österreichischen Parlaments und natürlich an der Wiener Hofburg, einst Sitz des österreichischen Kaisers – heute residiert dort Österreichs Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen.

Abends wird der österreichische Bierpapst Conrad Seidl mit gespitzter Zunge die diversen Ales der recht angelsächsisch angehauchten Gasthausbrauerei 1516 Brewing Company vorstellen und mit seinem profunden Bierverstand kommentieren. Natürlich werden dazu abgestimmte Speisen serviert.

Freitag, 13. Mai
In kleinen Gruppen erleben wir Wien entlang verschiedener Erlebnistouren und treffen uns im Anschluss zum Mittagessen mit Tafelspitz und Bier.

Am Abend fahren wir in die lauschige Wiener Vorstadt Dornbach. Dort besitzt das Salzburger Benediktiner Stift Sankt Peter ein Weingut, ein grünes Juwel inmitten der sich immer weiter ausdehnenden Stadt. Wahrlich eine Oase der Kontemplation! Eine ganz spezielle Weinsorte wird dort noch gekeltert: der „Wiener gemischte Satz“, den wir natürlich verkosten werden. Dazu gibt es eine gepflegte Heurigen-Jause. Bei warmem Wetter werden wir es uns im grünen Garten bequem machen und dem Duo der Schrammel-Musik lauschen.

Samstag, 14. Mai
Am Samstagvormittag teilt sich die illustre Reisegruppe: Die Mitglieder des BierConvent International kommen im Festsaal des Hotels Imperial zur Generalversammlung zusammen. Wortbeiträge werden auf Antrag zugelassen, sind jedoch zeitlich auf maximal fünf Minuten beschränkt.

Die Begleitpersonen und Nicht-Mitglieder besichtigen das Museum für Gegenwartskunst, die Albertina Modern. Zum Aperitif plaudert ein altgedienter Concierge des Hotels Imperial aus dem Nähkästchen und präsentiert sein umfangreiches Wissen um die Geheimnisse vieler Staatsgäste und gekrönter Häupter.

Höhepunkt unserer Wien-Reise ist aber sicher – nach einem Spaziergang durch die Fürstliche Kunst-Sammlung – die Inthronisation unserer neuen Mitglieder im Quadratsaal des glanzvoll renovierten Wiener-Stadtpalais des regierenden Fürsten von Liechtenstein. Im Ballsaal schließlich besiegeln wir das Zeremoniell mit einem festlichen Dinner bis kurz vor Mitternacht.

Sonntag, 15. Mai
Wir frühstücken gemeinsam und dann werden sich unsere Wege auch schon wieder trennen – bis zum nächsten Internationalen Freundschaftstreffen 2023 oder vielleicht sogar in kleinerer Runde ein bisschen früher.

Zunächst jedenfalls heißt das Motto: See you in Vienna!

 

 

Dritter Newsletter-Sponsor: Paul Greineder, PHARMOS NATUR Green Luxury

Kompromisslose Qualität im Einklang mit Mensch und Natur – als Unternehmer in der Öffentlichkeit
Paul Greineder, Jahrgang 1942, passt in kein Raster. Schon vor über 35 Jahren, damals noch als Vorstandsvorsitzender der Würzburger Hofbräu und später der Löwenbräu, galt er als „grüner Manager“. Er setzte sich für die Aufweichung des Reinheitsgebots ein, was zum Münchner Bierkrieg in den 1980er Jahren führte. Bezüglich des Reinheitsgebots bezog er ganz klar Stellung: Chemie sei hier erlaubt, Naturvielfalt aber verboten. Das führt noch heute zu Diskussionen. Doch die ersten Entwicklungen von Öko-Bier haben zu dieser Zeit ihren Ursprung. Wenig später kehrte er der Branche allerdings den Rücken. Denn er war überzeugt, dass man seine Ideale nur als selbständiger Unternehmer realisieren kann. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter von PHARMOS NATUR Green Luxury. Das Unternehmen steht für Holistic Food, Holistic Beauty und Holistic Treatments aus Heil- und Verjüngungspflanzen, sacred plants. Sein Unternehmen ist inzwischen Marktführer im Bereich Green Luxury Anwendungen in 4+ und 5 Sterne Hotels.

Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit
Seit den 1980er Jahren setzt sich Paul Greineder auch für nachhaltige Anbauweisen in der Landwirtschaft ein. Seiner Überzeugung nach müssen verantwortungsvolles Leben und eine ebensolche Unternehmensführung die drei Ebenen Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit beinhalten und damit Natur und Wirtschaft in enger Verbindung stehen. Dabei liegt sein besonderes Augenmerk als Unternehmer darauf, dass der Respekt vor Mensch und Natur in der gesamten Wertschöpfungskette nachvollziehbar bleibt.

 

Für Paul Greineder stellt das Engagement in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit privat wie geschäftlich seit Jahrzehnten die Grundlage seines Handelns dar. Er ist nach wie vor in zahlreichen Initiativen und Vereinen aktiv, z.B. in der Schülerhilfe Nepal e.V., bei B.A.U.M e.V. und dem Unternehmensnetzwerk „Biodiversity in Good Company“ Initiative e.V.

Sein Anliegen ist es, aufzuzeigen, dass ein authentisch, ehrlich und nachhaltig geführtes Unternehmen zukunftsfähige Gewinne erwirtschaften kann. Das gelingt ihm in seinem eigenen Unternehmen schon immer. Jede Art von „Green Washing“ lehnt er definitiv ab.

1988 konnte Paul Greineder für den BierConvent International gewonnen werden. Engagiert wie er bis heute ist, war er viele Jahre lang Mitglied des Präsidiums und als Schatzmeister tätig. Dieser Herausforderung hat er sich im Sinne des Erhalts des kleinen Vermögens des Vereins immer mit viel Wissen und Einfühlungsvermögen gestellt.

 

 

104. Internationales Freundschaftstreffen in Wien vom 12. bis zum 15. Mai 2022

Wien ist die Stadt am Schnittpunkt zwischen Ost und West, zwischen Kultur, Musik und Technik, nicht zuletzt auch zwischen Bier und Wein!

Der Wiener Brauherr Anton Dreher und der deutsche Erfinder Carl von Linde hatten gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die Erfindung der Kältemaschine ganz erheblichen Anteil am Welterfolg des untergärigen Lagerbieres Wiener sowie Münchner Stils.

Bierpapst Conrad Seidl wird uns begleiten in die bemerkenswerteste Wiener Mikrobrauerei und wir werden mit ihm Biere verkosten, von denen Sie bisher nur träumen konnten.

Wir haben am Stadtrand von Wien inmitten einer grünen Oase der Ruhe ein verträumtes Kleinod für Weinfreunde gefunden. Das Weingut Dornbach, welches seit Generationen den Salzburger Äbten des Stift Sankt Peter gehört, ist ein echter Geheimtipp, um speziellen Kreszenzen nachzuspüren und bei Schrammelmusik und einer erlesenen Winzerjause den Abend ausklingen zu lassen.

Die Innenstadt von Wien wollen wir nicht nur zu Fuß erwandern, sondern auch eine Tour mit einer historischen Straßenbahn-Garnitur übernehmen und die Prachtbauten entlang der Ringstraße an uns vorbeiziehen lassen.

Zuletzt möchten wir Sie neugierig machen auf das notable Hotel Imperial an der Ringstraße, in dem wir wohnen werden. Von dort spannen wir den Bogen zur privaten Kunstsammlung des regierenden Fürsten von Liechtenstein, in dessen Stadtpalais – so viel sei verraten – im Rahmen eines Galaabends in den Prunkräumen die Inthronisierung der neuen Notablen stattfinden wird.

Im Detail werden Sie noch so manche Perle finden. Nicht nur optisch. Denn Wien hält auch einige kulinarischen Feinheiten bereit, die jeden Gaumen glücklich machen.

 

Also auf nach Wien mit dem BCI! Hereinspaziert, es ist angerichtet!

 

Das genaue Programm sowie die Anmeldeunterlagen erhalten
Sie über unser Sekretariat: sekretariat@bierconvent.info.
Anmeldeschluss: 15. Dezember 2021.